{"id":9360,"date":"2018-09-19T21:49:48","date_gmt":"2018-09-19T19:49:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cattiva-brunsviga.de\/wordpress\/?page_id=9360"},"modified":"2018-09-21T19:19:49","modified_gmt":"2018-09-21T17:19:49","slug":"fanrechte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.cattiva-brunsviga.de\/wordpress\/?page_id=9360","title":{"rendered":"Fanrechte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Pr\u00e4ambel:<\/strong><\/p>\n<p>Die Fankurven in unserem Land sind besondere Orte. Sie beherbergen die gr\u00f6\u00dfte Jugendkultur hierzulande, sind Hort f\u00fcr Kreativit\u00e4t und beeindruckende Bilder. Bedingungsloser Support, bunte Fahnenmeere, beeindruckende Choreografien \u2013 die Kurven liefern die Kulisse f\u00fcr den Sport, den wir alle so lieben.<\/p>\n<p>In der Vergangenheit sind die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Fans, diese Aktionen auf die Beine zu stellen, eingeschr\u00e4nkt worden. Nicht zu erf\u00fcllende Auflagen bis hin zu Verboten erschweren die Aktivit\u00e4t einer Fankultur, die doch eigentlich von allen Beteiligten gewollt und gef\u00f6rdert werden sollte.<\/p>\n<p>Um das Ausleben einer solchen Fankultur zu gew\u00e4hrleisten, sind den Fans Freir\u00e4ume zuzugestehen, die eben jene Kreativit\u00e4t erm\u00f6glichen. Diese Freir\u00e4ume sollten dabei jedoch keine M\u00f6glichkeiten zur Erpressung bei vermeintlichem Fehlverhalten, sondern verbriefte und garantierte Rechte sein. Auf diese Art erm\u00f6glicht man nicht nur die erw\u00e4hnten Bilder, die wir alle so gerne sehen, sondern st\u00e4rkt auch die Selbstregulierung innerhalb der jeweiligen Fanszenen.<\/p>\n<p>Im Einzelnen sind folgende Punkte wesentlich:<\/p>\n<p><strong>Keine Anmeldung von Choreografien<\/strong><\/p>\n<p>Choreos sind die wohl imposanteste Form der Unterst\u00fctzung in den Kurven. Sie werden mit unglaublichem Aufwand vorbereitet, um bei der Umsetzung dann \u00fcber wenige Minuten dem eigenen Verein zu huldigen und alle Anwesenden zu beeindrucken.<\/p>\n<p>Den organisierenden Fans soll zugestanden werden, die Optik und den Inhalt ihrer Aktionen selbst bestimmen zu k\u00f6nnen. Dabei geht es nicht um die Einhaltung ordnungs- und brandschutzrechtlicher Vorgaben \u2013 diese werden von den Fans nat\u00fcrlich auch weiterhin in Absprache mit den beteiligten Vereinen beachtet. Vielmehr sollte den Fans erlaubt werden, ihrer Kreativit\u00e4t innerhalb ihres Freiraums freien Lauf zu lassen. Auf eine Autorisierung des Inhalts seitens der Vereine soll verzichtet werden.<\/p>\n<p><strong>Keine Anmeldung von Spruchb\u00e4ndern<\/strong><\/p>\n<p>Spruchb\u00e4nder sind das Sprachrohr der Fans in ihren Kurven. Ob gereimt, gewitzt, sarkastisch oder auch mal provozierend \u2013 auf Spruchb\u00e4ndern artikulieren Fans ihre Meinung.<\/p>\n<p>Eben jene Meinungen sollten nicht beschr\u00e4nkt werden. Das Hausrecht sollte kein Grund sein, die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit in den Fankurven einzuschr\u00e4nken. Dies gilt auch und insbesondere, sollte diese Meinung unbequem sein.<\/p>\n<p>Diese Handhabung bedeutet freilich keinen Freifahrtschein. Erstens w\u00fcrden strafrechtlich relevante oder gar diskriminierende Inhalte ohnehin von den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden geahndet werden.<\/p>\n<p>Zweitens w\u00fcrde der gegebene Freiraum gleichzeitig ein Verantwortungsbewusstsein in den Fankurven schaffen, welches zu einer Selbstregulierung f\u00fchrt, die Inhalte von Spruchb\u00e4ndern automatisch selbst filtert.<\/p>\n<p><strong>Keine Personalisierung von Fanmaterial<\/strong><\/p>\n<p>In den letzten Jahren ist es mehr und mehr vorgekommen, dass f\u00fcr die Verwendung von Megafonen, Trommeln oder Fahnen sowie f\u00fcr die Anmeldung von Choreografien eine bestimmte Person zu benennen war, die sich mit ihren Personalien f\u00fcr die Verwendung\/Umsetzung verantwortlich zeichnen sollte.<\/p>\n<p>Diese Praxis ist abzulehnen und einzustellen. Die Verwendung einzelner Fanmaterialien sollte kein b\u00fcrokratischer Akt, sondern unkompliziertes Recht in den Kurven sein. F\u00fcr Choreos, an deren Umsetzung bis zu zehntausende Menschen beteiligt sind, kann kein einzelner Fan verantwortlich oder gar haftbar gemacht werden.<\/p>\n<p><strong>Komplette Freigabe von Fanutensilien<\/strong><\/p>\n<p>Die Erlaubnis von Fanmaterial an verschiedenen Standorten erscheint willk\u00fcrlich. So ist es keine Seltenheit, dass an Standort A viel weniger erlaubt ist als an Standort B, obwohl die baulichen Gegebenheiten sich nicht wesentlich unterscheiden. Dar\u00fcber hinaus sind Beschr\u00e4nkungen hinsichtlich der Gr\u00f6\u00dfe, etwa der Stockl\u00e4nge von Fahnen oder Doppelhaltern, willk\u00fcrlich und dienen keinem sinnvollen Zweck.<\/p>\n<p>Um eben jene willk\u00fcrlichen Vorgaben abzuschaffen und einheitliche Verh\u00e4ltnisse einzuf\u00fchren und den Fans dar\u00fcber hinaus den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Gestaltungsspielraum einzur\u00e4umen, sollten s\u00e4mtliche Fanmaterialen erlaubt werden \u2013 dies gilt in Hinblick auf Art (Fahnen, Doppelhalter, Banner, Megafone, Trommeln und jeweiliges Zubeh\u00f6r), St\u00fcckzahl und Gr\u00f6\u00dfe des Fanmaterials.<\/p>\n<p><strong>Fanutensilien unterliegen keiner Sanktionierung<\/strong><\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren ist es vermehrt vorgekommen, dass den Fanszenen als Sanktion f\u00fcr vermeintliches Fehlverhalten Zaunfahnen, Fahnen oder Choreografien verboten worden sind. Dies war insbesondere auch der Fall, wenn die besagten Stilmittel gar nichts mit dem eigentlichen Vergehen zu tun hatten.<\/p>\n<p>Parallel zu den \u00dcberlegungen zur Sportgerichtsbarkeit, sollen Fanmaterialien nicht mehr Bestandteil des Strafenkatalogs des DFB-Sportgerichts sein.<\/p>\n<p><strong>Einhaltung des zehnprozentigen Kartenkontingents und Verzicht auf personalisierte Karten<\/strong><\/p>\n<p>Die Reduzierung des Kartenkontingents von den etatm\u00e4\u00dfigen zehn auf sieben, f\u00fcnf oder null Prozent sowie die Personalisierung der G\u00e4stetickets haben in den vergangenen Jahren zu diversen Konflikten gef\u00fchrt. Boykottaktionen der betroffenen Szenen und Solidarisierungen der jeweils gegnerischen Kurven f\u00fchrten zu Spielen mit Quasi-Geisterspielatmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Die Garantie, dass G\u00e4stefans auch weiterhin unpersonalisiert und zehn Prozent der Karten erhalten, ist eine Bedingung daf\u00fcr, dass Spiele weiterhin mit einer Atmosph\u00e4re von beiden Seiten stattfinden. Sanktionen in Bezug auf das Kartenkontingent f\u00fchren nicht zu einer Besserung der Situation, sondern Solidarisierungen innerhalb der Fanszenen und gegen den sanktionierenden Verband.<\/p>\n<p>Das Kartenkontingent soll daher fortan nicht mehr zur Sanktionierung dienen. Eine Personalisierung der Karten soll nicht stattfinden.<\/p>\n<p><strong>Verzicht auf entw\u00fcrdigende Einlasskontrollen<\/strong><\/p>\n<p>Die Notwendigkeit von Einlasskontrollen sind unstrittig. Die Art und Weise der Einlasskontrollen f\u00fcr G\u00e4stefans an einigen Standorten ist jedoch seit Jahren ein \u00c4rgernis f\u00fcr die davon betroffenen Fanszenen.<\/p>\n<p>Separierungen in abgesperrte Bereiche oder Container, Entkleidungen bis auf die Unterw\u00e4sche, \u2026 Die Ma\u00dfnahmen an einzelnen Standorten \u00fcbertreffen jedes Ma\u00df an Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit. Der Ertrag dieser Ma\u00dfnahmen ist fraglich. So scheint oftmals nicht die Verhinderung ungewollter Aktionen, sondern das blo\u00dfe Schikanieren und die bewusste Einsch\u00fcchterung der Fans das Ziel zu sein.<\/p>\n<p>Die Einlasskontrollen sollen daher dahingehend \u00fcberarbeitet werden, dass entw\u00fcrdigende Ma\u00dfnahmen nicht mehr stattfinden. Separierungen und Entbl\u00f6\u00dfungen \u00fcber das \u00d6ffnen der Jacke hinaus, sollen vermieden werden.<\/p>\n<p><strong>Zur\u00fcckhaltende Ordnungsdienste<\/strong><\/p>\n<p>Ebenso wie die grunds\u00e4tzliche Notwendigkeit von Einlasskontrollen, besteht auch \u00fcber den Bedarf an Ordnungskr\u00e4ften kein Dissens. Eine zu gro\u00dfe Pr\u00e4senz innerhalb des Blocks oder zu forsches Handeln der Ordner kann jedoch ebenso zu Konflikten f\u00fchren.<\/p>\n<p>Eingangs wurde die Kurve, respektive der G\u00e4steblock, als Freiraum f\u00fcr die Fankultur definiert. Dieser Freiraum sollte den Fans auch konkret so weit wie m\u00f6glich als Freiraum zur Verf\u00fcgung stehen. Eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Pr\u00e4senz von Ordnungskr\u00e4ften, gerade in den Bereichen des jeweiligen ,,Kerns\u2018\u2018 der Fanszene, soll vermieden werden.<\/p>\n<p>Reibungspunkte zwischen Fans und Ordnern entstehen insbesondere auch bei den o.g. Fanmaterialien. Wenn Ordnungskr\u00e4fte Hand an die Fahnen der Fans anlegen, ist die Situation oft schon dabei zu eskalieren. Bei Konflikten bez\u00fcglich des Fanmaterials, ob bei der Kontrolle am Eingang oder bereits im Block, soll die Kommunikation mit der Fanszene an erster Stelle stehen. M\u00f6gliche Schulungen sollen Ordner dar\u00fcber aufkl\u00e4ren, welchen besonderen Stellenwert das Fanmaterial f\u00fcr die jeweiligen Gruppierungen besitzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pr\u00e4ambel: Die Fankurven in unserem Land sind besondere Orte. Sie beherbergen die gr\u00f6\u00dfte Jugendkultur hierzulande, sind Hort f\u00fcr Kreativit\u00e4t und beeindruckende Bilder. Bedingungsloser Support, bunte Fahnenmeere, beeindruckende Choreografien \u2013 die Kurven liefern die Kulisse f\u00fcr den Sport, den wir alle so lieben. 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