{"id":9370,"date":"2018-09-21T18:40:04","date_gmt":"2018-09-21T16:40:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cattiva-brunsviga.de\/wordpress\/?page_id=9370"},"modified":"2018-09-21T19:45:59","modified_gmt":"2018-09-21T17:45:59","slug":"kommerzialisierung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.cattiva-brunsviga.de\/wordpress\/?page_id=9370","title":{"rendered":"Kommerzialisierung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wirtschaftliche \u00dcberlagerung des Fu\u00dfballsports<\/strong><\/p>\n<p>Fu\u00dfball befindet sich in einem kontinuierlichen Wandel. Das \u201eProdukt Fu\u00dfball\u201c ist angekommen in den unendlichen Weiten des Abstrakten. Spieler, die f\u00fcr 220 Millionen Euro den Verein wechseln, Marketingprodukte abseits jeglichen guten Geschmackes oder unbezahlbare Stadionbesuche sind das Ergebnis der dauerhaft gemolkenen Kuh.<\/p>\n<p>Gewinnmaximierung steht \u00fcber allem, solange sich etwas rentiert, wird es bis zum letzten Tropfen ausgeschlachtet und ist es noch so abwegig. Helene Fischer tritt zwischen Pistengaudi und ZDF-Dauerschleife beim DFB Pokalfinale auf, eine chinesische U20 Nationalmannschaft spielt dank finanzieller Bonbons in der 4. Liga und der gemeine Fu\u00dfballfan erwirbt sich drei Premium-Fernseh-Abos um seinem Verein die Treue halten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es gibt unz\u00e4hlige Beispiele die zeigen, dass der Fu\u00dfball immer mehr von wirtschaftlichen Interessen \u00fcberlagert wird. Vor allem im Profifu\u00dfball ist festzustellen, dass sich dieser in seinem Selbstbild mehr und mehr als Wirtschaftszweig betrachtet. Dazu kommt eine zunehmende Zahl an Akteuren, die versucht aus dem Sport Profit zu schlagen.<\/p>\n<p>In der Pr\u00e4ambel der DFB-Satzung hei\u00dft es zur Rolle des DFB: \u201eEr tr\u00e4gt die Gesamtverantwortung f\u00fcr die Einheit des deutschen Fu\u00dfballs. Der DFB handelt in sozialer und gesellschaftspolitischer Verantwortung und f\u00fchlt sich in hohem Ma\u00dfe dem Gedanken des Fair Play verbunden.\u201c Wir fordern vom DFB, aber auch von der DFL und den Vereinen, dass sie ihrer sozialen und gesellschaftspolitischen Verantwortung gerecht werden. Dazu muss der Sport wieder in den Mittelpunkt gestellt und die wirtschaftliche \u00dcberlagerung begrenz werden. Aus Sicht der Fanszenen, soll dies unter anderem durch die Umsetzung der folgenden Punkte geschehen:<\/p>\n<p><strong>Langfristiger Erhalt der 50 + 1 Regel<\/strong><\/p>\n<p>Vereine sind die Grundlage des gesellschaftlichen Miteinanders in Deutschland. Sie sind Basis f\u00fcr die Vermittlung von Werten, einem geregelten, sozialen Miteinander und Orte der basisdemokratischen Teilhabe. W\u00e4hrend die Voraussetzung f\u00fcr die Teilnahme am Wettkampfspielbetrieb im Amateurfu\u00dfball die Mitgliedschaft in einem Verein ist, verkehrt sich dieses an der Spitze des deutschen Fu\u00dfballs. Der Wettbewerb von Kapitalgesellschaften ist hier zur Norm geworden. Die letzte Festung zur Wahrung des gemeinschaftlichen Gedankens beim Sport bildet im Fu\u00dfball die 50 + 1 Regel.<\/p>\n<p>Wir fordern:<\/p>\n<ul>\n<li>Die 50+1 Regel muss erhalten bleiben und konsequent umgesetzt werden. Daf\u00fcr muss sie so gestaltet werden, dass sie vor Gericht Bestand hat und die Verb\u00e4nde nicht erpressbar sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Begrenzung der Einflussnahme von Investoren<\/strong><\/p>\n<p>Trotz bestehender 50+1 Regel, w\u00e4chst auch in Deutschland der Einfluss von Investoren, die vornehmend wirtschaftliche Interessen verfolgen, stetig. Der Blick in andere europ\u00e4ischen Ligen zeigt, dass mit der steigenden Einflussnahme von Investoren, Gefahren f\u00fcr die gesellschaftliche Verantwortung des Sports einhergehen.<\/p>\n<p>Nicht nur Mehrfachbeteiligungen im deutschen Fu\u00dfball, stellen die Integrit\u00e4t und die Glaubw\u00fcrdigkeit des sportlichen Wettbewerbs infrage. Internationale Unternehmen, wie beispielsweise die \u201eCity Football Group\u201c, die Anteile an Vereinen verschiedenster Ligen halten, erhalten Vorteile gegen\u00fcber Clubs, die nur in ihrem nationalen Wettbewerb aktiv sind. Mit RB Leipzig hat sich bereits ein Club in Deutschland solche Vorteile erarbeitet.<\/p>\n<p>Es ist Zweck und Aufgabe des DFB, nach \u00a7 4 seiner Satzung, \u201edie Integrit\u00e4t des sportlichen Wettbewerbs zu gew\u00e4hrleisten und hierzu alle notwendigen wettbewerbssichernden Ma\u00dfnahmen zu treffen\u201c.<\/p>\n<p>Wir fordern daher:<\/p>\n<ul>\n<li>Ein Verbot von Mehrfachbeteiligungen im deutschen Fu\u00dfball.<\/li>\n<li>Die Erarbeitung eines Konzepts zum Verbot von Investoren, die bereits Anteile an ausl\u00e4ndischen Vereinen halten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Financial Fairplay in Deutschland und in der UEFA konsequent umsetzen<\/strong><\/p>\n<p>Financial Fairplay wurde vor einigen Jahren als sinnvolle und notwendige Regel eingef\u00fchrt. Leider wird das gut gemeinte Anliegen weder konsequent umgesetzt, noch ist das Regelwerk deutlich genug formuliert. Verh\u00e4ltnisse wie bei Paris St. Germain, wo katarische Clubbesitzer \u00fcber Hintert\u00fcren die Regeln des sportlich fairen Wettbewerbs ad absurdum f\u00fchren, k\u00f6nnen nicht im Sinne des deutschen Fu\u00dfballs sein.<\/p>\n<p>Wir fordern:<\/p>\n<ul>\n<li>Der DFB soll sich bei der UEFA f\u00fcr eine konsequente Umsetzung des Financial Fairplay einsetzen. Das Regelwerk muss wo n\u00f6tig angepasst und L\u00fccken geschlossen werden. Umgehungsgesch\u00e4fte d\u00fcrfen nicht weiter geduldet werden.<\/li>\n<li>Es ist ein Konzept zu erarbeiten, wie die Grundprinzipien von Financial Fairplay zur Lizenzierungsvoraussetzung in den ersten drei Ligen werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit durch strenge UEFA-Regelungen sicherstellen<\/strong><\/p>\n<p>Der sportliche Erfolg treibt alle Vereine an. Es ist daher nachvollziehbar, dass die Bundesliga auch international wettbewerbsf\u00e4hig sein m\u00f6chte. Durch den Erfolg der Bundesligisten in den internationalen Wettbewerben kann auch eine positive Strahlkraft f\u00fcr den Fu\u00dfballsport im Allgemeinen entstehen. Leider m\u00fcssen f\u00fcr den Erhalt der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit immer wieder Schritte gegangen werden, die von einem Gro\u00dfteil der deutschen Fu\u00dfballfans kritisch gesehen werden und die gesellschaftliche Verantwortung des Profifu\u00dfballs in Deutschland schw\u00e4chen. Dass diese Meinung deutlich \u00fcber die aktiven Fankurven hinausgeht, zeigt nicht zuletzt die Situationsanalyse Profifu\u00dfball 2017 des FC Play Fair.<\/p>\n<p>Was haben die Fu\u00dfballfans davon, wenn sich niemand mehr die Spiele im Stadion ansehen kann, da es pro Spieltag sieben verschiedene Ansto\u00dfzeiten gibt, teilweise auch unter der Woche. Auf diese Weise entzieht sich der Fu\u00dfball seiner gesellschaftlichen Verantwortung bzw. wird diese nur noch im unterbezahlten Amateurbereich gelebt.<\/p>\n<p>Dass der deutsche Fu\u00dfball immer weitere Opfer bringen muss, um international wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben, ist f\u00fcr uns ein klares Indiz f\u00fcr mangelnde internationale Regelungen, die die wirtschaftliche \u00dcberlagerung des Sportes begrenzen.<\/p>\n<p>Wir fordern:<\/p>\n<ul>\n<li>Der DFB muss sich bei der UEFA und FIFA konsequent zur gesellschaftlichen Verantwortung des Fu\u00dfballs bekennen. Satzung und Ethik-Kodex m\u00fcssen von den Verantwortlichen ernst genommen werden. Der DFB muss Initiator f\u00fcr neue internationale Regelungen sein, die den Fu\u00dfballsport st\u00e4rken und Akteure, die lediglich wirtschaftliche Interessen verfolgen, schw\u00e4chen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fu\u00dfball muss bezahlbar sein<\/strong><\/p>\n<p>Fu\u00dfball galt lange Zeit als Schmelztiegel gesellschaftlichen Miteinanders. Doch u. a. die Eintrittspreise in den h\u00f6chsten Ligen, die ungez\u00fcgelt immer weiter steigen, gef\u00e4hrden dieses Miteinander.<\/p>\n<p>Wir fordern:<\/p>\n<ul>\n<li>Zusammen mit Fanvertretern und Vereinen sollen verbindliche Regeln erarbeitet werden, um langfristig sozialvertr\u00e4gliche Eintrittspreise f\u00fcr Stehpl\u00e4tze zu garantieren<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Integrit\u00e4t des Wettbewerbs sicherstellen<\/strong><\/p>\n<p>Die Schere zwischen wenigen Proficlubs und den \u00fcbrigen Vereinen geht immer weiter auseinander. Dies betrifft in erster Linie die Amateure, f\u00e4ngt aber bereits beim Unterschied zwischen 1. und 2. Bundesliga an.<\/p>\n<p>Wir fordern:<\/p>\n<ul>\n<li>Der DFB muss seine \u201eGesamtverantwortung f\u00fcr die Einheit des deutschen Fu\u00dfballs\u201c ernst nehmen und die Integrit\u00e4t des Wettbewerbs sicherstellen. Die Schere zwischen wenigen Proficlubs und den \u00fcbrigen Vereinen darf nicht weiter auseinandergehen, sondern muss sogar wieder etwas geschlossen werden. Hierf\u00fcr hat der DFB geeignete Ma\u00dfnahmen zu erarbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n<div dir=\"ltr\"><strong>Videobeweis abschaffen<\/strong><\/div>\n<div dir=\"ltr\">&nbsp;<\/div>\n<div dir=\"ltr\">Fu\u00dfball ist so simpel und doch so sch\u00f6n. Man braucht dazu nicht viel: einen Platz, einen Ball und zwei Tore. Die Regeln sind weltweit identisch. Ob auf dem Bolzplatz, in der Kreisklasse oder in den Profiligen \u2013 \u00fcberall wird dieselbe Sprache gesprochen: die des Fu\u00dfballs. Das Hinzuziehen des Videoschiedsrichters spaltet nun unseren Sport. Der Profifu\u00dfball entfernt sich immer weiter von seiner Basis.<\/div>\n<div dir=\"ltr\">&nbsp;<\/div>\n<div dir=\"ltr\">Der Videobeweis soll mit Verweis auf den hohen Kapitaleinsatz in der Bundesliga f\u00fcr gerechtere Entscheidungen sorgen. Tats\u00e4chlich f\u00fchrt er mitunter zu grotesken Situationen. So wurde in der letzten Saison ein vom Feld gestellter Spieler aus der Kabine zur\u00fcck auf den Platz geholt und ein Elfmeter wurde nach dem Halbzeitpfiff ausgef\u00fchrt. Bef\u00fcrworter des Videobeweises rechtfertigen dies mit dem Verweis auf die m\u00f6gliche Korrektur falscher Entscheidungen und wollen, durch die M\u00f6glichkeit diese zur\u00fcckzunehmen, ein Mehr an Gerechtigkeit ausgemacht haben. Dabei wird aber ausgeblendet, dass auch nach Konsultation des Videoschiedsrichters bereits fragw\u00fcrdige Entscheidungen getroffen wurden und sich die Diskussion dahingehend verlagert, wo der Videoschiedsrichter noch \u00fcberall h\u00e4tte eingreifen m\u00fcssen. Ob es also tats\u00e4chlich ein Mehr an Gerechtigkeit gibt, ist mehr als fraglich.<\/div>\n<div dir=\"ltr\">&nbsp;<\/div>\n<div dir=\"ltr\">Wir fordern:<\/div>\n<div dir=\"ltr\">&nbsp;<\/div>\n<div dir=\"ltr\">\u2022 Die Anerkennung der Tatsache, dass Schiedsrichterentscheidungen unmittelbar auf dem Platz getroffen werden m\u00fcssen und eben subjektiv sind. Ein Zustand objektiver Gerechtigkeit ist in einem komplexen und dynamischen Spiel wie Fu\u00dfball schlicht unm\u00f6glich.<\/div>\n<div dir=\"ltr\">\u2022 Der Videobeweis muss umgehend abgeschafft werden. Der Eindruck fremdgesteuerter Schiedsrichter, nicht mehr nachvollziehbare Abl\u00e4ufe auf dem Platz und damit unter Vorbehalt gestellte Emotionen gef\u00e4hrden den Sport und das Stadionerlebnis mehr als es eine einfache Schiedsrichterfehlentscheidung jemals k\u00f6nnte.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaftliche \u00dcberlagerung des Fu\u00dfballsports Fu\u00dfball befindet sich in einem kontinuierlichen Wandel. Das \u201eProdukt Fu\u00dfball\u201c ist angekommen in den unendlichen Weiten des Abstrakten. Spieler, die f\u00fcr 220 Millionen Euro den Verein wechseln, Marketingprodukte abseits jeglichen guten Geschmackes oder unbezahlbare Stadionbesuche sind das Ergebnis der dauerhaft gemolkenen Kuh. 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