{"id":7316,"date":"2017-07-14T18:53:02","date_gmt":"2017-07-14T16:53:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cattiva-brunsviga.de\/wordpress\/?p=7316"},"modified":"2022-02-02T13:16:19","modified_gmt":"2022-02-02T11:16:19","slug":"profans-adressiert-mindestanforderungen-fuer-eine-dialogbasis-an-den-niedersaechsischen-innenminister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cattiva-brunsviga.de\/wordpress\/?p=7316","title":{"rendered":"ProFans adressiert Mindestanforderungen f\u00fcr eine Dialogbasis an den nieders\u00e4chsischen Innenminister"},"content":{"rendered":"<p>ProFans nimmt die Einsicht des nieders\u00e4chsischen Innenministers \u00fcber den mangelnden Erfolg eines medienwirksam von ihm inszenierten Fangipfels zur Kenntnis. Da auch bei einem zuk\u00fcnftigen Treffen aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre keine l\u00f6sungsorientierten Ergebnisse zu erwarten sind, steht ProFans einem sp\u00e4teren Termin im November ebenfalls ablehnend gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Die bei ProFans organisierten Fankurven machen kein Geheimnis daraus, dass f\u00fcr sie eine \u201erote Linie\u201c bereits vor Jahren \u00fcberschritten worden ist. Dass seitens der Politik immer noch das Wort Dialog in diesem Zusammenhang verwendet wird, best\u00e4tigt vielmehr nur die Auffassung, dass der nieders\u00e4chsische Innenminister sich immer noch nicht, ebenso wie sein Vorg\u00e4nger und seine Kollegen der anderen Bundesl\u00e4nder, auch nur ann\u00e4hernd mit der Materie Fankultur befasst hat. Dieses belegt u.a. sehr eindrucksvoll die Beantwortung der kleinen Anfrage im nieders\u00e4chsischen Landtag zum Thema \u201eFandialog der Landesregierung\u201c (http:\/\/www.landtag-niedersachsen.de\/dru \u2026 7-8322.pdf).<\/p>\n<p>Stattdessen drangsaliert und g\u00e4ngelt die Innenpolitik seit Jahrzehnten die Fankurven mit immer weiteren unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Ma\u00dfnahmen, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wie diese Ma\u00dfnahmen in der Praxis bei der Basis, n\u00e4mlich den vielen tausenden Fans, ob nun organisiert oder auch nicht, wahrgenommen werden. Aus diesem Grund sind nachfolgend genannte Punkte f\u00fcr uns Ausschlusskriterien, ohne deren Ber\u00fccksichtigung und Umsetzung wir keine Basis f\u00fcr etwaige zuk\u00fcnftige Gespr\u00e4che sehen:<\/p>\n<p><strong>St\u00e4rkung der Fanprojekte und deren Stellenwerte<\/strong><br \/>\nDie Bundesl\u00e4nder verf\u00fcgen \u00fcber eine Vielzahl von sehr guten Spezialisten innerhalb der Fanprojekte und der sozialp\u00e4dagogischen Dienste, die ihnen durchaus in den vergangenen Jahren bei einer Vielzahl von Ma\u00dfnahmen h\u00e4tten eine Expertise zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnen. Leichtfertig werden hier Kapazit\u00e4ten von den Innenministerien nicht genutzt, w\u00e4hrend man sich im Nachgang \u00fcber vollkommen schl\u00fcssige Reaktionen aus den Fanszenen wundert. An zahlreichen Standorten ist der Fanszene dieses Gebaren nicht verborgen geblieben, so dass sich vielerorts die Fans selbstst\u00e4ndig organisiert haben, was eine Einflussnahme der Fanprojekte immer weiter einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p><strong>Erhalt &amp; F\u00f6rderung der Stehpl\u00e4tze<\/strong><br \/>\nStehpl\u00e4tze sind nicht nur wesentlicher Bestandteil der Fankultur und der Fankurven, sondern vielmehr einer der Eckpfeiler der sozialen Verantwortung der Vereine im Volkssport Fu\u00dfball. W\u00fcrde sich die Politik ernsthaft mit dieser Thematik befassen, w\u00fcrde sie zu dem Ergebnis kommen, dass die Abschaffung von Stehpl\u00e4tzen weder l\u00f6sungsorientiert sein d\u00fcrfte, noch in irgendeiner Form bei den Fanszenen als Druckmittel anwendbar ist. Viel mehr offenbart die Forderung nach der Abschaffung von Stehpl\u00e4tzen die Ohnmacht und mangelnde Sachkenntnis derer, die sie fordern. Beispiele, dass hiermit von innenpolitischer Seite Sitzschalenw\u00fcrfe (!) unterbunden werden k\u00f6nnen, gibt es leider mittlerweile ausreichend. Der Erhalt und die F\u00f6rderung von Stehpl\u00e4tzen ist f\u00fcr uns alternativlos.<\/p>\n<p><strong>Reisefreiheit- und Bewegungsfreiheit f\u00fcr jeden<\/strong><br \/>\nIn den vergangenen Jahren hat insbesondere Boris Pistorius ma\u00dfgeblich als nieders\u00e4chsischer Innenminister in die Reise- und Bewegungsfreiheit von B\u00fcrgern eingegriffen, indem er Fans eine Anreise zu Fu\u00dfballspielen kollektiv untersagt oder die verpflichtende Anreise vorgegeben hat. Des Weiteren haben ihm unterstellte Polizeibeh\u00f6rden mehrfach und umfangreich Fans mit mehrmonatigen Bereichsbetretungsverboten pr\u00e4ventiv in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschr\u00e4nkt. Diese Ma\u00dfnahmen sind f\u00fcr uns weder mit rechtsstaatlichen Grundprinzipien vereinbar, noch tolerierbar. So lange an einer derartigen Praxis festgehalten wird, sehen wir uns nicht in der Lage \u00fcber etwaige Gespr\u00e4che nachzudenken. Fu\u00dfballfans sind keine B\u00fcrger zweiter Klasse.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckzug populistischer Einflussnahme der Politik auf Verb\u00e4nde und Vereine<\/strong><br \/>\nAn nahezu allen bundesweiten Standorten erhalten wir zur unserer gro\u00dfen Verwunderung die R\u00fcckmeldung, dass die Innenbeh\u00f6rden massiven Druck auf die einzelnen Vereine, sowie die DFL und den DFB aus\u00fcben. Wie zielf\u00fchrend diese Einflussnahme in undurchdachten Schnellsch\u00fcssen wie dem Sicherheitspapier 12:12 inklusive des 9-Punkte-Plans ist, ist mittlerweile offensichtlich. Die Spannungsfelder bestehen unver\u00e4ndert weiter. Auch auf diesen Ebenen ist an der Mehrzahl der Standorte keine Kommunikation zwischen Verein und Fankurve oder Fanvertretern und Verb\u00e4nden existent. Eine langfristige R\u00fccknahme dieses Plans halten wir f\u00fcr unumg\u00e4nglich, damit \u00fcberhaupt bundesweit der status quo ante geschaffen werden kann. Die Initiative hierf\u00fcr w\u00e4re im Rahmen der kommenden IMK zu ergreifen. Vielmehr w\u00e4re der einzige relevante Schritt der IMK, die Sportsgerichtbarkeit des DFB und der DFL auf die rein sportlichen Aspekte zu beschr\u00e4nken, um als Rechtsstaat keinen noch weiteren Glaubw\u00fcrdigkeitsverlust zu erlangen.<br \/>\n<strong><br \/>\nAuskunftspflicht bei der Eintragung in Datenbanken<\/strong><br \/>\nDas Land Niedersachsen f\u00fchrt mehrere tausend Fu\u00dfballfans \u00fcberwiegend aufgrund von blo\u00dfen Personalienfeststellungen in Datenbanken. In mehreren Klageverfahren mussten bereits zahlreiche widerrechtliche Datens\u00e4tze gel\u00f6scht werden. Eine Reform dieser Datenbanken ist f\u00fcr das zweite Halbjahr 2017 geplant. Eine Einrichtung derartiger Datenbanken lehnen wir grunds\u00e4tzlich ab. Kurzfristig ist eine automatische schriftliche Informationspflicht der Landesbeh\u00f6rden im Zuge der Reform \u00fcber jeden einzelnen Eintrag an den Betroffenen nach unserer Auffassung zur Wahrung der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit unumg\u00e4nglich.<br \/>\n<strong><br \/>\nUmsetzung Kennzeichnungspflicht<\/strong><br \/>\nProFans fordert endlich die konsequente Umsetzung der Kennzeichnungspflicht f\u00fcr Polizistinnen und Polizisten. Immer \u00f6fter sehen sich Fu\u00dfballfans maskierten und unidentifizierbaren Beamten gegen\u00fcber, die sich dessen bewusst sind und oftmals auch entsprechende Verhaltensmuster an den Tag legen. So lange der nieders\u00e4chsische Innenminister sich nicht an diesen wesentlichen Punkt aus seiner eigenen Koalitionserkl\u00e4rung * gebunden f\u00fchlt, bleibt er f\u00fcr die aktive Fanszene ein unglaubw\u00fcrdiger Gespr\u00e4chspartner. *(https:\/\/www.gruene-niedersachsen.de\/fil \u2026 18_web.pdf&nbsp;, Seite 17)<\/p>\n<p><strong>Stadionverbote sind in G\u00e4nze abzulehnen<\/strong><br \/>\nDas Strafmonopol liegt beim Staat. Sollten Fans im Falle einer Straftat sanktioniert werden, ist dieses Aufgabe des Rechtsstaates. Bis zu diesem Zeitpunkt sind auch Fu\u00dfballfans B\u00fcrger, f\u00fcr die die Unschuldsvermutung gilt. Stadionverbote und die derzeitige Vergabepraxis in G\u00e4nze, unabh\u00e4ngig von ihrer Laufzeit, sind daher vollumf\u00e4nglich abzulehnen. Stadionverbote stellen nicht nur eine Doppelbestrafung der T\u00e4ter dar, sie entm\u00fcndigen auch den Rechtsstaat. P\u00e4dagogisch erzielen sie zudem keinen Mehrnutzen. Die generelle Forderung aus Reihen der Innenpolitik offenbart auch hier erneut die mangelnde Sachkenntnis \u00fcber die Wahrnehmung derartiger Ma\u00dfnahmen an der Basis.<br \/>\n<strong><br \/>\nVerzicht auf Kollektivma\u00dfnahmen<\/strong><br \/>\nIn j\u00fcngster Vergangenheit wird vermehrt kollektiv gegen Fans agiert, um damit einzelne Verst\u00f6\u00dfe zu ahnden. Beispiele hierf\u00fcr sind umfangreiche Personalienfeststellungen oder die Verweigerungen der Weiterreise. Diese Praxis lehnt ProFans mit aller Entschiedenheit ab und sieht eine Abkehr hiervon als zwingend notwendig an.<\/p>\n<p>Wir sehen die Umsetzung der vorgenannten Punkte als letzte M\u00f6glichkeit der jetzigen nieders\u00e4chsischen Landesregierung von ihren bisherigen Lippenbekenntnissen der aktuellen Legislaturperiode abzuweichen und endlich zielstrebig und l\u00f6sungsorientiert f\u00fcr fu\u00dfball-interessierte B\u00fcrger einzutreten. Bevor erforderliche Mindeststandards nicht umgesetzt werden, sieht ProFans keinerlei Veranlassung auf Gespr\u00e4che einzugehen.<\/p>\n<p>ProFans Braunschweig<br \/>\nProFans Hannover<br \/>\nProFans Osnabr\u00fcck<br \/>\nProFans Wolfsburg<\/p>\n<p>im Juli 2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ProFans nimmt die Einsicht des nieders\u00e4chsischen Innenministers \u00fcber den mangelnden Erfolg eines medienwirksam von ihm inszenierten Fangipfels zur Kenntnis. Da auch bei einem zuk\u00fcnftigen Treffen aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre keine l\u00f6sungsorientierten Ergebnisse zu erwarten sind, steht ProFans einem sp\u00e4teren Termin im November ebenfalls ablehnend gegen\u00fcber. 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